Rösrath – Die musikalische Gattung des Kunstlieds ist die kleinste kammermusikalische Form – und ist nun Teil der Wettbewerbs-Reihe des Kulturvereins Schloss Eulenbroich e.V. in Zusammenarbeit mit der Dr. Jürgen Rembold Stiftung.
Am vergangenen Sonntag wurde erstmals der „Rösrather Lied-Duo-Wettbewerb für Studierende in NRW“ im Schloss Eulenbroich ausgetragen. Sechs Duos (Klavier und Solo-Gesang) mit Musikstudierenden aus Köln, Düsseldorf und Detmold präsentierten sich und ihre Interpretationen des Kunstlieds einem neugierigen und begeisterten Publikum, das im Anschluss seine Favoriten wählte.
Im Mittelpunkt des NRW-weit einzigartigen Wettbewerbs stand das Lied, also die kunstvolle Vertonung von Lyrik. Bekannte Komponisten und Dichter wie Franz Schubert, Hugo Wolf, Johann Wolfgang von Goethe oder Eduard Mörike bildeten den Großteil des Repertoires.
Doch auch internationale Lieder und Kompositionen der Neuen Musik standen auf dem Programm. So überraschten die sechs Teilnehmer-Paare, die sich bereits in einer ersten Online-Wettbewerbsrunde durchgesetzt hatten, mit einem weitreichenden und abwechslungsreichen Spektrum der Gattung von Romantik bis Gegenwart. Von romantisch-verträumt, sarkastisch und humoristisch über dramatisch und emotional bis hin zu melancholisch wurden alle Facetten abgedeckt.
Eröffnet wurde der allererste Rösrather „Lied-Duo“-Wettbewerb durch Ferdinand Krumbügel (Bariton) und Keonju Lee (Klavier) von der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Mit Werken wie „Sehnsucht“ von Franz Schubert/Friedrich Schiller oder „Der Musikkritiker“ von Georg Kreisler stimmten sie das Publikum auf den Liederabend ein.
Ein ebenfalls klassisches Programm boten die Sopranistin Stefanie Fischer und die Pianistin Suzuha Hirayama von der Robert-Schumann Hochschule Düsseldorf, die Lieder wie „Gretchen am Spinnrad“ von Franz Schubert/Johann Wolfgang von Goethe oder „Der Abschiedsbrief“ von Kurt Weill/Erich Kästner darboten.
Internationaler wurde es mit dem dritten Duo bestehend aus Joana Santos (Sopran) und Yumi Shimada (Klavier) aus Köln: Sie präsentierten unter anderem das portugiesische „Canção Perdida“ („Verlorenes Lied“) von José Vianna da Motta oder „Sakura Yokocho“ von Yoshinao Nakada.
Klassischer wiederum zeigten sich der Tenor Dongeun Seo und die Pianistin Yugyeong Oh von der Hochschule für Musik Detmold mit Kompositionen wie „Adelaide“ von Ludwig van Beethoven/Friedrich von Matthisson oder „Der Feuerreiter“ von Hugo Wolf/Eduard Mörike.
Einen weiblicheren und zum Teil unbekannteren Blick auf das Kunstlied boten daraufhin Lana Westendorf (Sopran) und Federica Stevanato (Klavier) aus Köln mit „This be her verse“ von Kathleen Tagg oder der „Lorelei“ von George und Ira Gershwin.
Als letztes Duo widmeten sich die Sopranistin Ysitie Zhang und die Pianistin Karolina Sekula aus Detmold wieder klassischen Kunstliedern wie „An den Tod“ von Hanns Eisler/Matthias Claudius oder „Storchenbotschaft“ von Hugo Wolf/Eduard Mörike.
Nach den Darbietungen der jungen Musikstudierenden war das Publikum gefragt – keine leichte Aufgabe. Denn jedes Duo beeindruckte mit musikalischem Talent, Ausdruck und Bühnenpräsenz und einem sicht- und hörbaren Zusammenspiel von Klavier und Gesang. Entsprechend ausgewogen fiel das Ergebnis aus: Den ersten Platz belegten Lana Westendorf und Federica Stevanato, der zweite Platz ging an Joana Santos und Yumi Shimada, der dritte an Ysitie Zhang und Karolina Sekula. Mit je nur wenigen Punkten Unterschied folgten Stefanie Fischer und Suzuha Hirayama auf dem vierten, Dongeun Seo und Yugyeong Oh auf dem fünften und Ferdinand Krumbügel und Keonju Lee auf dem sechsten Platz. Ein rundum gelungener Start für den „Lied-Duo-Wettbewerb“ auf höchstem Niveau. Fortsetzung folgt.
[© Kölner Stadt-Anzeiger]
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